Posts mit dem Label Skandinavier werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Skandinavier werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 10. November 2009

Miike Snow - Miike Snow (Review)

"I change shapes just to hide in this place but I'm still, I'm still an animal", diese Zeilen aus dem Song "Animal" werden sich bei vielen Musikhörern in letzter Zeit eingebrannt haben. Verantwortlich dafür ist die Band Miike Snow. Die haben nämlich diesen unverschämt eingängigen Popsong geschrieben und sind jetzt mit ihrem selbstbetitelten Debut am Start. Auf dem bleiben sie dem Pop treu, unternehmen aber auch Ausflüge in den Bereich der Clubtunes. Es klingt dann letztendlich wie eine Mischung aus Hockey und Röyksopp.

Die bereits erwähnte Vorabsingle macht den Anfang des Albums und legt so die Messlatte sehr hoch. Danach folgen gute bis solide Electropopsongs, die manchmal aber auch ziemlich nah am Kitsch vorbei schlittern. Mit "Cult Logic" folgt dann ein Bruch im Album, jetzt stehen tanzbare Electronicatracks im Mittelpunkt. Auch diese Phase verläuft ohne größere Ausfälle. An sich also eine solide Platte? Jein. Miike Snow sind im Singleformat durchaus zu empfehlen, doch auf längerer Spieldauer schaffen sie es nicht die Spannung aufrecht zu halten. Zudem sind die einzelnen Lieder nicht gerade mit einer langen Haltbarkeit ausgestattet. Aber bis man "Animal" totgehört hat, dauert es noch ein Weilchen.

6/10 Punkte

erstellt von Markus.

Montag, 19. Oktober 2009

The Field - Yesterday and Today (Review)

Releasewütig wie er ist und auch schon immer war, bringt Alex Wilner alias The Field auch dieses Jahr eine neue Langspielplatte auf den Markt.

Diese darf sich der geneigte Techno-Fan natürlich nicht entgehen lassen, also auf in das Getümmel. Der erste Track, der mit dem schönen Titel "I Have The Moon, You Have The Internet" daher kommt, beginnt langsam, leise, steigert sich jedoch ab der Hälfte der Zeit und begeistert mit schönen Glitch-Klangflächen im Hintergrund, die die monotonen und harten Beats gut unterstreichen. Und genau so geht es eigentlich im nächsten Track weiter. Leiser, langsamer Beginn, ab etwa der Hälfte steigert sich der Song, am Ende flacht er wieder ab, bis er schließlich in der Stille verschwindet. Das einzige, was die Songs wirklich unterscheidet sind die ab und zu eingesetzten Samples. Manchmal sind die Songs auch housig. Das war's.

Was also ist so spannend an dem Album? Das, was an allen The Field-Alben so spannend ist: Die unheimliche Kreativität in Sachen Beats und Klangflächen. Diese Kreativität rettet dieses Album eigentlich auch. Wären die Beats nur einen Tick monotoner, wäre das Album ein Totalausfall. So aber wandelt es ganz gemächlich auf dem schmalen Grad zwischen totaler Langeweile und spannende, tanzbarem Minimal Techno. Dazu wäre dieses Album noch sehr gut für die Disco geeignet.

Ein Muss für Techno/IDM-Fans, Leuten, die allerdings nicht so viel mit dieser Musikrichtung anfangen können, sei aber geraten, einmal reinzuhören.

6/10 Punkte

erstellt von Niclas.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Friska Viljor - For New Beginnings (Review)

Friska Viljor schreiben ihre Songs nur betrunken... und sie scheinen in diesem Zustand nicht gerade einfallsreich zu sein. Wieder gibt es Bläser um seichte Melodien und langweilige Drums geschichtet. Das Ganze wird dann gespickt mit schwedischem Akzent und einer zwar nicht wirklich schönen aber recht wandelbaren Stimme. Auch mit dabei sind ab und zu Männerchöre. Wirklicher Neubeginn ist das nicht.

Aber wenigstens der Beginn des Albums ist nicht so eingerostet. „Daj Daj Die“ kommt in den Strophen nur mit Ukulele und Gesang aus und wirkt somit schon selbstparodistisch. Kindermelodien mit ernsten Themen auf die Spitze getrieben eben. Ab jetzt wird es dann aber langweilig. Der Unterschied zwischen den Liedern liegt nur noch im Detail. Einige sind ruhiger wie der Closer „Should I Apologize“, andere etwas schnellere Indie-Rocker wie „People Are Getting Old“. Einige erinnern in ihrer Karnevalsstimmung mehr an Man Man in schwachen Momenten wie z.B. „Hey You“, andere erinnern an The Kooks, wenn sie mal wieder in Schlagergefilde abdriften.

Es gibt aber auch Positives am Album der Schweden. Das wäre einmal, dass man sich hier wirklich nicht anstrengen kann. Es taugt einfach zum Nebenbeihören. Zweitens sind die Texte abwechslungsreich und oft auch gut. Sie sind oft resigniert, nachdenklich und im Kontrast zur fröhlichen Musik. Gescheiterte Lieben dürfen da eben so wenig fehlen wie der Selbstvorwurf nichts erreicht zu haben.

Okay das ganze, nicht viel Abwechslung, nicht viel Anecken, nicht viel Spannung. Man kann sich trotzdem alles anhören. Aber: Wen wollen Friska Viljor ohne Hits und ohne Anspruch für sich gewinnen?

4,8/10 Punkte

erstellt von Leon.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Lake Heartbeat - Trust In Numbers (Review)

Manchmal ist die Welt ein echt schrecklicher und kalter Ort. Man fühlt sich von der Arbeit verfolgt, das System beutet die Menschen aus, das Wetter ist mies und die Leute sind unfreundlich. Damit das nicht passiert, gibt es jetzt eine neue Methode; alle Menschen entspannen sich und hören das neue Album von Lake Heartbeat "Trust In Numbers". Danach ist man wieder viel freundlicher und Ausgewogen, versprochen. Denn die Band zelebriert auf ihrem Debut Harmonie in (fast) Vollendung. 10 Indiepopsongs, die dich dazu bringen, alles Schlechte um dich herum auszublenden und dich ganz in der Musik zu verlieren. Dieses Konzept funktioniert von Anfang bis Ende.

Als Opener fungiert "Mystery", in dem man sehr an Phoenix erinnert wird, was für eine Indiepop-Platte natürlich kein schlechtes Zeichen ist. Wenn man dann "Pipedream" hört, ist einfach alles in Ordnung. Diese Gelassenheit, die wunderbar harmonischen Gesänge, die angehnehme Atmosphäre. Sollte sich hier jemand aufregen, dann höchstens, weil es keine Aufregung gibt. Auf der gesamten Platte schaffen J.Kask und K.Kåks diese eben genannten Eigenschaften ohne langweilig, zu seicht oder belanglos zu klingen. Auch ein bisschen Melancholie darf nicht fehlen, so z.B. in "Solid Mass", was einen kleinen Ausflug in Folk-Gefilde darstellt. The Shins-Hörer werden großen Gefallen an "Golden Chain" finden, das stark an die Band aus den USA erinnert. Den Einfluss von Produzent D. Lissvik hört man am ehesten bei "Beetwenn Dreams", welches auch an seine Hauptband, Studio, erinnert. Den Abschluss von "Trust In Numbers" bildet die wunderbare, in der Instrumentalisierung minimal gehaltene, Ballade "Let It Die".

Zwischen Chairlift, Shout Out Louds und Air haben sich Lake Heartbeat also niedergelassen, klingen dabei aber trotzdem sehr eigenständig. Ihren Indiepop mit Electronica- und Folk-Einflüssen haben sie in ein Album gepackt, welches, trotz sehr guter Songs und komplett ohne Ausfälle, größer als seine einzelnen Teile ist und das einen noch lange erfreuen wird.

erstellt von Markus.

Montag, 17. August 2009

Mum - Sing Along To Songs You Don't Know (Review)

Mit dem Albumtitel haben es Mum ziemlich gut getroffen, mitzusingen ist oft kein Problem, auch beim ersten Hören. Die Texte sind wie bei vielen isländischen Musikern eher Nebensache. Durch die einfache Beschaffenheit kann man die meisten der Texte aber gut verstehen und erkennt bei diesen einfach nur den jungendlichen Enthusiasmus der Band. Selbst bei den seltsamen Erzählungen aus dem Opener ‚If I Were A Fish’ ist kein großer durchdachter Hintergrund gewollt, es ist einfach eine Liebesgeschichte aus der Sicht eines Fisches.

Sowieso beweisen Mum oft einen etwas anderen Blick auf die wichtigen Themen und Geschehnisse. Bei ‚The Smell Of Today Is Sweet Like Breastmilk In The Wind’ zittern elektronische Beats zu der Frage wie das Ende der Welt riechen würde. Die elektronische Musik stellt auf dem ganzen Album einen der Hauptpfeiler dar. Die anderen beiden sind die Verspieltheit und der Einsatz von traditionellen Instrumenten. Dieser wird in ‚Blow Your Nose’ fast auf die Spitze getrieben. Nur Stimme, Streicher und ein Xylophon reichen aus um dieses Lied zu einem ruhigen und trotzdem spielerischen Unikat zu machen. Eins der Highlights des Albums.

Nach der ganzen Spielerei zwängt die als Schlusspunkt gesetzte Klavierballade ‚Ladies Of The 21st Century’ Vergleiche zu Sigur Rós stark auf, die für ihr 2008er-Album einen ähnlichen Schlusspunkt wählten. Natürlich ist der Text hier trotzdem nicht verzwickt.

Mum liefern hier ein Album ab, welches die drei Grundzutaten immer wieder neu kombiniert. Am Ende finden sich dann sogar kleine Anzeichen für einen Reifeprozess. Wenn sie diese Reife jetzt manchmal auch textlich umsetzen würden (natürlich neben den kindlichen Erzählungen), wäre das Album noch einen Tick besser.

7,2/10 Punkte

erstellt von Leon.

Samstag, 15. August 2009

Shogun Kunitoki - Vinonaamakasio (Review)

Mit ihrem Vorgänger "Tasankokaiku" (2006) haben Shogun Kunitoki ein wirkliches Meisterwerk veröffentlicht, ein Album, welches stark über normalen Indietronic hinausging. Dronige Abschnitte und repetitives Drumming prägten dieses Album und machten es zu einem Genre-Primus. Aber können Shogun Kunitoki mit ihrem neuen Album das starke Niveau halten?

Vorweg gesagt: Ja, sie können es. Sie haben nichts verlernt. Schon das Intro zeigt alle Facetten ihres Schaffens. Grundsätzlich instrumentale, verzerrte, und wunderschöne elektronische Musik. Im ersten richtigen Song "Mulberg" geht es sofort zur Sache. Der Drummer prügelt wie verrückt auf sein Instrument ein, das ganze unterlegt von klaren, warmen Soundflächen und verzerrten Synthies. Die Beats zucken und alle Elemente ihres Sound fügen sich zusammen. Der Song will garnicht zur Ruhe kommen. Aber man will auch nicht, dass er zur Ruhe kommt. Und wenn er vorbei ist, beginnt der nächste Song mindestens genauso druckvoll.

Allgemein ist das Album jedoch etwas droniger als der Vorgänger, jedoch tut das der Qualität keinen Abbruch. Die Songs sind frisch, experimentell und psychedelisch. Was will man mehr?

Insgesamt haben Shogun Kunitoki bewiesen, dass sie eine der besten Indietronic-Bands sind, die es gibt und mit ihrem neuen Album eines der besten Alben aus diesem Jahr vorgelegt.

8/10 Punkten

erstellt von Niclas.

Samstag, 6. Juni 2009

Datarock - Red (Review)

An was denkt man wohl als erstes wenn man den Namen Datarock hört?

Vielleicht an ihren frischen Discosound? An ihre bekannte Single "Fa-Fa-Fa" die auch in Werbungen von Coca Cola und Apple als Hintergrundmusik diente? Oder auch vielleicht an die Farbe rot. Diese ist nämlich, besonders in Form von trendigen Trainingsanzügen, zu einem Markenzeichen der Band geworden. Kein Live-Aufritt ohne die auffallenden Sportklamotten. Und nicht zuletzt für das neue Album der Dance-Musiker spielt Rot eine sehr große Rolle. Denn sowohl der Name "Red" als auch das Artwork zollen dem Style der Norweger Tribut.

Aber nun zur Musik. Die Erwartungen an das Album sind schon mal nicht gerade klein. Die Singles vom letzten Album "Datarock Datarock", "Fa-Fa-Fa" und "I Used to Dance with My Daddy" waren Erfolge und auch das Album selber verkaufte sich gut. Im Vorfeld wurde bereits bekannt das sich Datarock wieder sehr stark an der 70ern und 80ern orientieren. Doch macht das in letzter Zeit nicht jeder 2. Indie-Electro-Pop Künstler? Z.B. La Roux, Ladyhawke oder Miami Horror, um nur mal ein par Acts des 80s-Revivals zu nennen. Klar bisher hörte sich das alles gut an und verkaufte sich auch ordentlich aber braucht man wirklich noch eine Platte, die alte Trends wieder in die 2000er bringt? Schaffen es Datarock also noch gute Discosounds zu produzieren oder klingt das ganze dann doch ein bisschen zu überflüssig Retro? Mit einer gewissen Skepsis höre ich mir also das Album an.

13 Tracks hat die Scheibe und beginnt mit dem Song "The Pretender". Ein klassischer Datarock-Song. 80s-Synthies, eine flockige Gitarre und ziemlich tanzbar. Fredrik Saroea singt dazu mit unüberhörbarem Glamfaktor in der Stimme. Soweit so gut. Weiter gehts mit "True Stories", der eine große Hommage an die Talking Heads ist. Der Text besteht ausschließlich aus Songtiteln der genannten Band. Eine ähnliche Idee hatten auch die Gehuldigten im Jahre 1980.
Das wurde damals dann aber mit einer Rezension des NME über Joy Division gemacht.
"Give It Up" ist dann wieder sehr am Dancefloor orientiert und ist auch die Leadsingle des Albums. "Dance!" ähnelt den vorrangegangenen Songs und nimmt den Liedtitel ernst. "The Blog" beginnt wieder mit 80s-Synthies. Dazu gesellen sich die Geräusche von Fans auf einem Livekonzert und Roboterstimmen. Dann legt das Stück eine Wandlung hin. Auf eine aggressivere E-Gitarre wird über das Internet geredet. Es ist der bisher vielleicht nicht beste aber der interessanteste Song. Die 2 darauf folgenden Titel "Molly" und "Do It Your Way" orientieren sich mehr an der dunkleren Acts von früher wie Joy Division und Talking Heads. "In The Red" ist dann ein Track ohne Gesang, kann aber leider nicht wirklich überzeugen da die Synthies schnell nervig werden. "Fear of Death" ist ein angenehmer etwas dunklerer Electropopsong, der zum mitsummen einlädt. Darauf folgt das dem vorhergehenden Stück ähnelnde "Amarillion". Der Song hätte auch gut auf die Friendly Fires Platte gepasst. Vergangene Zeiten werden dann in "Back In The Seventies" noch einmal herbeigewünscht. Wieder sehr angenehmer elektronischer Pop, der nicht vergisst tanzbar zu sein. Das mit einer schnell gespielten Gitarre anfangende "Not Me" bringt den Hörer dann nochmal dazu seinen Körper rhytmisch zu bewegen. "New Days Dawn" ist ein schönes Stück Indiepop, das ohne elektronische Mittel auskommt und sich sicher sehr gut in einer verträumten Sommernacht anhören lässt.

Datarock haben uns ein solides Album vorgelegt. Die Platte beinhaltet viele Referenzen an Klassiker wie Talking Heads, Happy Mondays, Joy Division, Devo und A-ha. Sie klingen dabei aber auch oft wie moderne Acts wie Miami Horror oder Friendly Fires und House-Klassiker wie Daft Punk oder Stardust.

Die 70er- und 80er-Anleihen sind meistens nicht übertrieben und es gibt nur kleinere Schwachstellen. Über Albumlänge fehlt manchmal nur ein bisschen der innovative neue Ansatz. Die Band zeigt zudem auch, dass sie nicht nur schnelle, hippe Songs für die Disco machen können sondern auch gute, entspannte und ruhigere Stücke hinlegen können. Für Fans von Datarock und des 80s-Revivals ist der Album zu empfehlen, und auch Indie-DJs sollten die ein oder andere Nummer wie "Give It Up" oder "Back In The Seventies" parat haben.

erstellt von Markus.