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Mittwoch, 14. Dezember 2011

Alben des Monats: November 2011

Wir waren schon mal später...

Leon:

Charles Mingus – The Black Saint And The Sinner Lady

Obwohl die Untertitel der 3 Songs auf „The Black Saint…“ schon ein bisschen eine mögliche Story zwischen Liebe, Sünde, Religion, Krieg und Frieden andeuten, kann man Charles Mingus‘ Avantgarde-Jazz-Meisterwerk doch aufnehmen wie man will. Zum Beispiel kann man sich die Tänzer vorstellen, die zu diesen Stücken tanzen, wie es die eigentlichen Titel andeuten – vielleicht würde das ein bisschen seltsam aussehen, aber zugucken würde ich trotzdem. Denn, wenn sie es auch nur halb so gut schaffen sollten Komposition und Improvisation in einer Form zu verbinden wie Mingus es hier geschafft hat, gäbe es an diesem „Ballett“ unglaublich viel Interessantes zu entdecken und gleichzeitig überhaupt nichts auszusetzen.


Has-Lo – In Case I Don’t Make It

Was ist das besondere am melancholischen Seelenstriptease von Has-Lo? Er hat sich dafür eine Ausdrucksform ausgesucht, in der alle Fehler sofort von anderen kritisiert werden und auf jede kleine Schwachstelle sofort mit abwertenden Kommentaren reagiert wird. Aber der Rapper ist so weit weg von typischen Klischees, dass wahrscheinlich kein anderer auf die Idee kommen wird genau ihn zum Feindbild zu machen. Denn in den Selbstmord, den er am Ende des Albums sogar selbst offen als möglichen Grund das Album gemacht zu haben anspricht, will ihn bestimmt niemand treiben. Seine Todesfantasien und Probleme klingen dabei mit Streichern und Pianos auf minimalistischen Beats so menschlich und traurig, dass man wirklich mit ihm leiden kann und ihn für sein Talent trotzdem noch beneidet.


Markus:

Asap Rocky - LiveLoveA$ap

Asap Rocky ist einfach ein cooler Dude. Es ist zwar kein herausragender Lyriker, dafür ist er aber der Typ mit dem hervorragenden Beat-Geschmack, gutem Flow, Charisma und Swag. Er ist der "Pretty Motherfucker", wie er selber gerne betont. Hier folgt Hit auf Hit, trifft Cloud Rap auf Dirty South, Chopped and Screwed auf East Coast Hip Hop. Die Musik ist gleichzeitig Vernebelt und erhaben, vor allem aber einfach großartig.


Big K.R.I.T. - Return Of 4Eva

Der Mississippi-Rapper gilt bei vielen als einer der interessantesten, noch relativ neuen Akteure im US-Rap. Und das zu recht. Nicht viele produzieren so gute Beats und überzeugen auch auf lyrischer und raptechnischer Ebene. Auf diesem Free-Album verbindet er gekonnt klassisches Sampling mit Synthies und Drumcomputer. Das klingt dann sowohl zeitgemäß und frisch, als auch zeitlos. Für sein komplettes Schaffen gilt, dass er immer den Spagat zwischen derbem Country Shit und souligen, geerdeten Tracks schafft. So thematisiert Big K.R.I.T. hier u.a. das Cruisen unter freiem Himmel, seine Rapanfänge, dem Umgang mit Stereotypen und das Lebensgefühl im Süden der Staaten. Alles durchgängig auf hohem Niveau.


Clams Casino - Instrumentals

Dass "LiveLoveA$ap" so überzeugen konnte, ist er der Verdienst von Clams Casino, der für 5 Beats auf dem Mixtape verantwortlich war. Doch auch Lil B, Mac Miller, Soulja Boy u.a. belieferte er schon mit passenden Instrumentals. Einige dieser wurden Anfang des Jahres zusammengestellt und veröffentlicht, so dass die oftmals sehr guten Stücke, die größtenteils auch ohne Raps funktionieren, auch nochmal ihre verdiente Aufmerksamkeit erhielten. Clams Casino hat sich zur wichtigsten Figur eines neuen Hip Hop-Mini Hypes, der den Namen Cloud Rap aufgesetzt bekam, entwickelt. Dieser zeichnet sich durch verträumte, dichte Beats, die gleichzeitig aber auch immer kraftvoll und episch klingen. Hört man Clams Casino dann tauchen vor dem inneren Auge Nebelschwaden, Sonnenauf- und -untergänge auf, passend zur Schönheit der Beats.

Dienstag, 8. November 2011

Alben des Monats: Oktober 2011

Markus:

Mac Miller - Best Day Ever

Ich hab im letzten Monat definitiv Gefallen am Schaffen des jungen US-Amerikaners gefunden. Einige Mixtapes hat er bereits veröffentlicht und dieser Tage erscheint auch sein Debutalbum. Bisheriges Highlight seines Outputs ist "Best Day Ever", auf dem man eingängigen Hip Hop und Pop Rap im besten Sinne bekommt. Mac Miller erweist sich als MC mit lockerem, smoothen Flow, Charisma und gutem Beatgeschmack, sei es bei Party-Tracks wie "Donald Trump" oder dem leicht melancholischem Instrumental des Outros.


Audio88 & Yassin - Zwei Herrengedeck, bitte

Ein ganz anderer Schiene fahren da diese beiden jungen Herren. Hier wird auf hervorragende Art und Weise alles und jeder kritisiert und lyrischer Zynismus auf höchstem Niveau zelebriert, so dass man insbesondere von Audio88 fast jede 2. zweite Zeile zitieren möchte. Zusammmen mit den düsteren, polternden und auf Eingängigkeit verzichtenden Instrumentals, ergibt das eine der eigenständigsten Rap-Platten, die Deutschland zu bieten hat.


Leon:

The Velvet Underground – Loaded

Eigentlich habe ich mir das Album nur gekauft, weil ich meine Sammlung ein bisschen kompletter haben wollte. Aber obwohl Loaded schwierig ist - gerade weil es ein Album vollgestopft mit „Hits“ ist – ist es nochmal eine Großtat von Lou Reed. Denn es ist ein Grower vor dem Herren: Diesmal wird es aber groß, wenn man merkt, dass die Songs genial sind und jeder etwas Besonderes ist. Im Endeffekt kann eben auch eine Hitlawine mal etwas sein, was man braucht und genießt.


La Dispute – Wildlife

Das Genredilemma… Warum wird Wildlife als Postcore bezeichnet? Tatsächlich nur weil jemand schreit und nur weil es nicht „schön“ ist. Wenn man aber auf die Musik hinter dem oft in Hörbuchähnliches abdriftendem Gesang hört, gibt es da vielmehr langsame Steigerung und gemalte Musik als krasse Breaks und brutale Momente. La Dispute sind Schafe im Wolfspelz aber genau das macht sie so spannend.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Alben des Monats: September 2011

Ohne Einleitung, keine Zeit! Nein, Quatsch, also für die Alben des Monats ist natürlich immer Zeit auch wenn es mal wieder spät ist...

Markus:

Primal Scream - Screamadelica

Eines meiner absoluten Lieblingsalben, welches ich diesen Monat aufgrund des sehr guten Auftritts der Band beim Berlin Festival wieder einmal anghört und genossen habe wie eh und je. Die Platte steckt einfach voller genialer Momente, das Einsetzen des Beats bei "Loaded", die Streicher in "Higher Than The Sun", der Refrain von "Damaged", einfach jedes mal ein Flash. Dazu das eingängige "Movin' On Up", das hypnotische "Slip Inside This House", das vor Groove strotzende "Don't Fight It, Feel It" und viele weitere großartige Songs. Ein Meisterwerk.


Mount Kimbie - Maybes

Auch Mount Kimbie überzeugten auf dem Berlin Festival, was mich dazu bewog, mich genauer mit dem bisherigen Output der Band zu befassen. Besonders der Titeltrack dieser EP hinterließ dabei einen bleibenden Eindruck auf mich. Die verträumte Gitarre, die filigrane Perkussion und die entfremdeten Vocal-Schnipsel ergeben einfach ein bezauberndes Gemisch. Auch die restlichen 3 Tracks hinterlassen ein positiven Eindruck und machen die EP zu einem eigenstädnigen und gelungen Hörerlebnis.


Prinz Pi - !Donnerwetter!

Auf "!Donnerwetter!" zeigt der royale Hauptstädter einmal mehr seine großen Fähigkeiten, zusammen mit den Beats, Stimmungen und Bilder textlich zu beschreiben. Sei es die eigene Jugend, die Liebe zur Heimatstadt oder den Wandel Deutschlands in den letzten 30-40 Jahren. Dabei schafft er es auf diesem Album die unterschiedlichsten Dinge zu thematisieren, ohne dass das ganz wild und konzeptlos klingt. Zudem findet man auch kaum Standart-Representer- oder Battle-Rap mit einem weiteren Aufwärmen tausend mal gehörter Lines auf dieser Platte, nein, Prinz Pi behandelt lieber die großen und essentziellen Themen und meistert dies fast durchgängig mit Bravour.


Leon:

Johnossi - Johnossi

2 Schweden machen Indie-Rock. Nicht mehr ist Johnossi: Die Drums von Ossi sind songdienlich, die Gitarre von John sorgt ein bisschen für Farbe. Das, was zählt, ist schliesslich immer noch das Songwriting und das ist hier immer grossartig. Denn die Texte, die Geschichten über das Verlieren und über Verlierer sind, treffen dahin wo sie hinsollen. Manchmal klingt das wie in "There's A Lot Of Things To Do Before You Die" wirklich nach Verzweiflung und manchmal bringt es wie in "Man Must Dance" mit der Lockerheit 'dieser jungen Bands' halt auch zum Tanzen.


Urlaub in Polen - Boldstriker

Eigentlich habe ich dieses Album schon häufig genug erwähnt. Aber wenn Musik es schafft so eingängig zu sein ohne dass das Wort Pop fallen kann und so spannend und ideenreich ohne verkopft zu klingen, wird es am Ende des Jahres bestimmt noch mal auftauchen.

Donnerstag, 8. September 2011

Alben des Monats: August 2011

Es läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft...

Leon:

Beck – Odelay

Die Platte, die jeder schon immer gemacht haben wollte, der schon mal ein versucht hat ein Sample in seine Musik zu integrieren. Denn so spielerisch wie Beck ist das einfügen völlig abstruser Soundschnipsel in seine Musik, die es trotzdem schafft mit dem Pop zu liebäugeln, noch niemandem gelungen. Viele haben es auch nicht probiert. Und wie Beck, Country und HipHop auf einen Nenner zu bringen, fällt auch nur Leuten ein, die dieses Album vergöttern.


The Kinks – Arthur (Or The Decline And Fall Of The British Empire)

Wieder die Kinks, diesmal ein Jahr früher als noch im März, wo an dieser Stelle Lola Versus Powerman And The Moneygoround stand. Und wieder gibt es ein Konzept, das dieses Mal jedoch deutlich hochtrabender gleich den Aufstieg und den Untergang des britischen Weltreiches statt die unmenschliche Musikindustrie beschreibt. Genauso wie das Thema ist auch die Musik viel pompöser geworden. Überall wird über den Folk/Rock der Kinks eine Lage aus Blas- und Streichinstrumente gelegt, dass man sich fragt wie diese Band das überhaupt bezahlen konnte. Wie sie dabei nie peinlich werden konnten, fragt man sich sowieso. Aber die Antwort folgt direkt: Weil sie sich gleichzeitig auch in ihrer Heimat, der Rockmusik, einen deutlich psychedelischeren Anstrich gegönnt haben, der ohne die Orchesterstimmung einfach zu sehr nach den vielen anderen Bands geklungen hätte, die damals so klangen. Auf die Songs wurde sowieso geachtet: Da sind gibt es erst den perfekten Popsong „Drivin‘“ und kurz darauf den Jam „Australia“ und man kommt bei all der Gesellschaftskritik, die alles zusammenhält, gar nicht mit wie unterschiedlich die Songs eigentlich ausgerichtet sind.


Markus:


Dunian - Dunian EP

In der Zeit, wo musikalische Grenzen immer weiter verschwimmen ist es schwer jemanden wie Dunian einzuordnen. Er bedient sich bei vielen aktuellen elektronischen Stilen und kreiert einen Mix aus Wonky, Chillwave, Dubstep und Synthpop der an Teebs und Washed Out erinnert und auf jeden Fall ein angenehmes und kurzweiliges Hörvergnügen darstellt.


Hulk Hodn & Twit One - Hi-Hat Club Vo. 1 - Testiculo Y Uno

Wer meine Beitrag zum unserem kleinen Halbjahresspecial gelesen hat, dem dürfte auf fallen, dass ich derzeit ziemlich gerne instrumentalen Hip Hop höre. In Deutschland bedeutet das, dass man an einer Instutition nur schwer vorbei kommt; dem Hi-Hat Club. Für den ersten Teil dieser Reihe waren Twit One und Hulk Hodn. Während Letzterer es auf der 2. Albumhälfte recht traditionell und beatfixiert zugehen lässt, liefert Twit One wie auch auf seinem diesjährigen Soloalbum tollen Soundcollagen die durch eine hervorragende Samplewahl und viel Soul bestechen.


Suff Daddy - Hi-Hat Club Vol. 2 - Suff Draft

Für den 2. Teil der Reihe war dann der Berliner Suff Daddy verantwortlich, der damit eine wirklich gelungene Werkschau ablieferte und vom durch aggressive Cuts ergänzten Banger bis zum entspannten, leicht melanchloischem Beat jede Menge gelungene Instrumentals ablieferte. Nicht viele Produzenten beherrschen es so gut ihre Produktionen mit Vocal-Cuts zu bereichern.

Mittwoch, 17. August 2011

Alben des Monats: Juli 2011

Computers Of Eden And Hardcore will never lay me down & I...

Markus:

The Dismemberment Plan - Emergency & I

Die große Stärke dieser Platte bzw. der Band liegt darin Emotionen großartig in Musik zu verpacken, woran besonders Travis Morrison Gesang und das abwechslungsreiche Songwriting einen großen Anteil hat. Das Ganze gipfelt dann im zeitlosen "What Do You Want Me to Say?" bei dem man einfach bei jedem Hören den Refrain laut mitschreien möchte.

The Streets - Computers and Blues

Auch wenn es in letzter Zeit wieder einige wirklich gute Alben vielfältigster Stile im Deutschrap gab, jemanden wie Mike Skinner wird man hier weiter vergebens suchen. Denn in Deutschland läuft das Thematisieren alltäglicher Probleme weiter größtenteils auf Gangsterrap hinaus und auch einen modernen, urbanen, tanzbaren und trotzdem souligen und stilsicheren Sound wie den auf "Computers and Blues" findet man nur extrem selten in der Rapszene zwischen Saarbrücken und Görlitz. Trotzdem ein ertäglicher Missstand, da man The Streets auch wunderbar im Original genießen kann. Definitiv ein würdiges Abschlusswerk des Projekts.

Mogwai - Hardcore Will Never Die, But You Will

Ich muss zugeben, dass ich eigentlich kein Post-Rock Fan bin. Nicht nur, dass mich die in diesem Genre nicht seltenen, sehr langen Spielzeiten einzelner Songs eher abschrecken, Ambient(-eske Musik) ist bis auf wenige Ausnahmen schlichtweg nicht mein Fall. Doch Mogwai entfernen sich auf ihrem Album mit dem bisher besten Titel des Jahres ein Stück weit vom Ambient, spielen aber trotzdem noch waschechten Post-Rock mit dem sie 10 Klangbilder erschaffen, in denen gekonnt Atmosphäre, Schönheit und Kraft musikalisch verbunden werden. Eine Empfehlung an Leute die sonst eher wenig mit dem Genre anfangen können.


Leon:

Noah And The Whale – Peaceful, The World Lays Me Down

Als die Welt für Charlie Fink noch okay war… Bruder noch da, Freundin auch, die Band wird immer größer. Genau so musste es eben aussehen um ein Stück reinen Indiefolks zwischen den Themen 5 Jahren Spaß in der Sonne und dem Verlieren im Spiel der Liebe aufzunehmen. Ob sie schnell und fröhlich besser sind oder langsam und melancholisch kann man gar nicht sagen. Jeder Ton und jede Textzeile kommt hier schließlich von Herzen.

Talk Talk – Spirit Of Eden

FLÄCHE, ATMOSPHÄRE, STILLE, DYNAMIK – das sind die 4 Hauptmittel, die Talk Talk mit Spirit Of Eden in den Fokus gerückt haben. Die 16 Musiker, die im Booklet angegeben werden hört man hier deswegen auch nicht raus. Dabei trägt trotzdem jeder mit kleinen Melodien zum Gesamtbild bei ohne je die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Von der Stimmung dieser Musik soll ja schließlich nicht durch unnötge Töne abgelenkt werden.

Freitag, 22. Juli 2011

Alben des Monats: Juni 2011

Wenn man Indie sein will, muss man auch mal die AdM nach der Hälfte des nächsten Monats posten!

Leon:

Simple Minds – New Gold Dream (81-82-83-84)

Die Synthies und der Bass auf diesem letzten guten Simple Minds-Album türmen sich spielerisch auf und werden vom Fundament der treibenden Beats perfekt gestützt. Mit dem affektierten Gesang ist NGD ein Zeugnis einer Zeit, in der noch nicht Kommerz gerufen wurde, wenn eine Band ein Album voller tanzbarer Hits geschrieben haben.

Weezer – Weezer (Blaues Album)

„My Name Is Jonas“ zeigt eigentlich schon die ganze Qualität dieses Albums. Denn wenn Jungs mit Gitarren einen Popsong im ¾-Takt schreiben, hat irgendwer die verdammt noch mal richtige Idee gehabt und an denen mangelt es nicht.


Markus:

Big Boi - Sir Lucious Left Foot: The Son of Chico Dusty

Eigentlich ein Album, welches ich nach der letztjährigen Veröffentlichung als wenig überragend befand. Doch Fakt ist, mit jedem Hören bleibt ein Track mehr im Gedächtnis, bis einem über ein halbes Dutzend Hits den ganzen Tag über im Ohr klingen. Der Outkast-Head hat es hier geschafft Hip-Hop und Pop optimal zu verbinden. Ein Unterverfangen welches sonst zu unsäglichem weichgespülten Rap führt, der die Charts überflutet, hier aber mal eine erfreuliche Ausnahme darstellt.

V-Mann & Morlockk Dilemma - Hang Zur Dramatik

Wenn 2 sehr gute Künstler für eine LP aufeinandertreffen, ist es selten so, dass das Ergebnis ebenso gut ist wie man es von den Protagonisten erwartet hatte. "Hang zur Dramatik" hat mit solchen Zweifeln allerdings nichts zu tun. Selten gab es ein Duo welches so groaßartig zusammenpasste und auf Flow-, Text- und Beatebene so hervorragend mit einander harmonierte. Die Achse Leipzig-Berlin liefert hier ein Feuerwerk an dreckigem Sound und überspitzten Punchlines, garniert mit viel (schwarzem) Humor.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Alben des Monats: Mai 2011

Das ist jetzt der letzte Post vor der Sommerpause. Erwartet einiges, wenn wir wieder zurueckkommen. Der Halbjahresrueckblick und wenigstens von Portugal. The Man und The Horrors ist einiges zu erwarten... Wir sehen und also so um den 5. Juli rum! Bis dann.


Leon:

Sigur Rós – Takk…

Es gibt Momente in diesen Songs bei denen durch die Wiederholung, den Minimalismus und die geringe Lautstaerke die Illusion entsteht man hoere Stille. Keine negative Stille, einfach etwas Friedvolles. Und weil sich die Songs dann auch noch so organisch entwickeln, werden Momente wie ein Walzer besonders, aber stoeren nie in der Schwebe, in die die Klaenge den Hoerer versetzen koennen.

Kasabian – Empire

“Shoot the runner/ Shoot shoot the runner/ I’m the king and she’s my queen, bitch” ist wohl einer der catchigsten Ausrufe der Musikgeschichte. Kasabian liefern eine Elektro-Rock-Party vom Feinsten ab und werden musikalisch doch nie zu stumpf… West Ryder Pauper Asylum ist um einiges besser aufgebaut und abwechslungsreicher, aber wen interessierts?

Radiohead – Kid A

Auch wenn ich Radiohead als Rockband ueberhaupt nicht abkann, haben sie - indem sie jegliche Virtuositaet verweigern - hier ein Meisterwerk des elektronischen Ambients gemacht. Fertig! Zu diesem Album wurde eh schon alles gesagt.


Markus:


Animal Collective - Merriweather Post Pavilion

Als ich das Album das erste mal nach Veröffentlichung hörte, war man Eindruck alles andere als positiv. Auch mehrmaliges Hören führt maximal dazu, dass ich die Platte als solide einstufte. Doch vor kurzer Zeit fand dann dieser "Klick-Moment" statt und auf einmal stellt sich "Merriweather Post Pavilion" als wirklich gutes Album dar. Großartige Melodien, ein großer Reichtum an Sounds, Euphorie en masse, Animal Collective haben hiermit einfach ein wunderbar zu den wärmeren Jahreszeiten passendes Album rausgebracht.

Red Hot Chili Peppers - Californication

"Californication" ist ja für viele ein Klassiker und das zu Recht, dank großartiger Songs wie "This Velvet Glove" und "Otherside". Gleichzeitig ist es auch Schlüsselablum in der Diskographie der Band, denn hier findet man noch (Punk beeinflussten) Funk Rock wie auf den älteren Alben, aber auch einige ruhigere Songs, auf denen sich stärker dem Pop zugewandt wird, wie es auch auf den neueren Platten der Fall ist. "Californication" besticht dadurch, dass es bei jedem Hören Emotionen hervorruft und bei mir persönlich immer ein Bild vom Fahren über die Highways in den Einöden der USA entsteht (Was aber auch wegen dem "Scar Tissue"-Video so sein könnte).

Prinz Harry - Vom Wohlstand verwahrlost

Prinz Harry präsentiert sich auf dieser Platte als Millionärssohn und bringt ein bisschen frischen Wind in die angestaubte Hip-Hop-Landschaft. Auf 21 Tracks (aus 3 Jahren) schneidet er dabei auch unterschiedliche Themen und Stile an. Sei es Battlerap mit großartigen Puchnlines ("Bilderbuchbastard"), Tracks über die Liebe zum Fußball ("Fussballgötter") und über das Dasein als Sohn eines sehr reichen Vaters ("Robinson Club"), berechtigte Kritik an der deutschen Rapszene samt Auswüchsen wie Kaas ("Mogi, "Forget It") und auch eine kritische Selbstbleuchtung im Titeltrack. Zum Abschluss noch eine der besten Punchlines des bisherigen Jahres: "Dieser Part geht an all die Anti-Gangsterrapper / Ihr seit noch viel whacker als all die Gangsterrapper / denn wenn’s all die Gangsterrapper nicht gäb’ / Hättet ihr textmäßig ein echtes Problem."

Freitag, 6. Mai 2011

Alben des Monats: April 2011

King Orgasmus und die Redondos in einem Post! Macht uns das nach!

Markus:


Imbiss Bronko - Bronko im Kalorienreich

Man kann von King Orgasmus One, zu Recht, halten was man will, doch dass er mit Imbiss Bronko etwas geschaffen hat, das absolut eigenständig und einzigartig ist, lässt sich nicht bestreiten. Und das dann auch noch ein höllischer Spaß ist, auch nicht. Auf "Bronko im Kalorienreich" wird die Welt rund um ein Imbissbude in Tempelhof zum Leben erweckt und gleichzeitig die Lachmuskeln des Hörers ordentlich strapaziert. Wann hat man zuletzt schon eine Platte gehört, auf der Fressflashs, sämtliche Fleischprodukte, Konflikte rund um die Currywurst, das Leben als alter Obdachloser und die Zelebrierung des Monatsendes thematisiert wurden. Herrlich asi, herrlich überdreht, herrlich grandios! Zeit zum Grillen!


Rhymin Simon - Kingpintin'

Rhymin Simon ist definitiv jemand der polarisiert, was auch verständlich ist. Auch auf "Kingpintin'" sind seine Texte nicht gerade tiefgründig und technisch anspruchsvoll. Doch einmal mehr, und auf dieser Platte am besten, schafft er es aufgrund seiner eigenen Art, seinem Witz und großartigen Beats einfach eine gelungene LP abzuliefern, die einem einfach ein Grinsen ins Gesicht zaubert und zum Kopfnicken und Feiern einlädt. Simon ist einfach Simon und genau das macht ihn aus, denn bei jedem anderen MC würden solche Raps, die sich mehrheitlich um Sex und das Dasein als angeblich geilster Stecher ever drehen, schlicht peinlich wirken.


Leon:


Patricio Rey y sus redonditos de Ricota – Un baión para el ojo idiota

Die Redondos haette ich am Anfang des Austauschjahrs nie als Kandidaten fuer ein spaeteres meiner Alben des Monats aufgestellt. Aber was ich am Anfang noch fuer langweiligen Bluesrock aus den 80ern abgestempelt hat, ist mir mit seinen abwegigen Melodien auf Basis von saxophonumschwungenem Dunkelrock mittlerweile richtig ans Herz gewachsen. Dieses Album hat als das 3. Der insgesamt 10 in der Diskographie der Band schon den Vorteil aus der Phase der peinlichen Produktion rausgewachsen zu sein und enthaelt ausserdem nur Klassiker der Band. Besonders herauszuheben sind dabei “Masacre en el Puticlub”, das zur Melodie aus “Wild Honey Pie” von den Beatles - in einen richtigen Song verwandelt – ueber Menschen spricht, die sic him Puff umlegen; “Aquella solitaria vaca cubana”, das eine Kritik an moderner Technologieversessenheit aus Sicht der cubanischen Kuh darstellt, auf die ein US-amerikanischer Satellit abgestuerzt ist und “Vamos las bandas”, das in Barjazz-Atmosphaere von der Unterdrueckung des Rock waehrend der letzten Diktatur Argentiniens erzaehlt. Um das Album wirklich kennenzulernen braucht es bei dem ziemlich einheitlichen Sound der Band vielleicht ein Stueck, aber es lohnt sich.

Braids - Native Speaker

Aus Sumpfgeraeuschen und Vogelzwitschern schaelen sich die ersten Synthieklaenge in freundlichem Dur bis ein versoehnlicher Rhymthmus einzetzt und sich aus dem Hall auf der Aufnahme auch noch eine Frauenstimme herausschaelt, die selbst wenn sie ein bisschen rumquaekt niemanden abschrecken will. Auch die anderen singenden Mitglieder der Band (alle) gehen nie vertrackt zu Werke, selbst wenn sich ab und zu schon viele Stimmen versammeln, die sich auf entweder harmonische oder aber perkussionistische Weise einbringen. Das ist Dream Pop wie er Buche steht, so gut, das ser sogar verhindert langweilig zu sein, indem Intro und Outro in jedem Song gut gestezt sind und die wenigen Wechsel innerhalb der Songs aeusserst effektiv daher kommen. Das Album als Gesamtes mit dem im Hall versinkenden Opener “Lemonade”, dem knackigen “Plath Heart”, dem Dark House-Sound von “Lammicken” und dem Ohrwurm “Glass Dears” (I’m just fucked up, fucked up, fucked u`p, fucked up, fucked up) ist tatsaechlich – fuer das Genre ziemlich ungewoehnt – ziemlich abwechslungsreich. “Native Speaker” kann man sogar hoeren wenn man nach 4 Litern Bier am Vortag um 14 Uhr aufwacht; kaum ein anderes Album hat so starke Samthandschuhe an, bei kaum einem anderen Album ist es weniger wahrscheinlich beim Hoeren Kopfschmerzen zu bekommen.

Sonntag, 10. April 2011

Alben des Monats: Maerz 2011

Das "Rock" aus dem Haeder sollte mal entfernt werden...

Markus:

Dendemann - Vom Vintage Verweht

Auch mit seiner Version des Garagenraps weiß der Typ mit Sprach- und Wortwitz zu gefallen. Nicht jeder Track gefällt, doch dank Highlights wie der Hitsingle "Stumpf ist Trumpf 3.0" und "Papierkrieg" mit großartigem Tocotronic-Sample, ist „Vom Vintage verweht“ insgesamt ein wirklich gelungenes Album.


Westberlin Maskulin - Battlekings

Nicht der Klassiker für den ihn viele Rapheads halten, aber dennoch eine gute Platte. Dass es aus meiner Sicht kein Klassiker ist, liegt auch daran, dass sich Rap weiterentwickelt hat und sich deshalb beim heutigen Anhören alter Tapes, nicht derselbe Effekt einstellt, wie wenn man damit zu Zeiten der Veröffentlichung das erste Mal in Berührung gekommen ist. Aber wie gesagt, sehr ordentliches Album, mit mehreren großartigen Punchlines von Taktloss, einer soliden Vorstellung von Savas und simplen, aber enorm effektiven Beats.


Kollegah - Zuhältertape Vol. 1

Kollegah ist kein Dichter, Beatbastler oder Themenvirtuose. Aber er hat sowohl großartige Punchlines als auch einen einwandfreien, wunderbar arroganten Flow. Diese 2 Dinge, samt der Fähigkeit, den von ihm propagierten, bosshaften Stil perfekt rüberzubringen machen dieses Tape zu einer mehr als überdurchschnittlichen Hörvergnügen.


Leon:

The Kinks – Lola Versus Powerman And The Moneygoround

Jedes Kinks-Album dieser Phase ist genial, sicher. “Arthur” hat mehr melodische Sprengkraft und das Kozept ist super, “Kinks Are The Village Green Preservation Society” ist ein Buendel von Supersongs, aber das hier besprochene Album enthaelt seine Qualitaet schon im Titel. “Lola”, “Powerman” und “The Moneygoround” sind naemlich Uebersongs. Dazu ist das restliche Album mit seinem “Mittelfinger gegen die Musikindustrie”-Konzept die ultimative Hymne auf den Indie (1970).


Fettes Brot – Aussen Tophits, innen Geschmack

Dieses Album faellt in die Hochphase des Hamburger HipHops und steht Veroeffentlichungen dieser Tage wie “Gefaehrliches Halbwissen”, “Power” oder “Bambule” in nichts nach. Die Beats sind entspannt und trotzdem funky und durchgehend Bretter und ein Saxophonsolo wie auf “Jein” gibt es nicht oft auf Alben dieses Genres. Das wirklich besondere hier sind aber die langen mit Features versehenen Tracks ganz im Stile vom Fettes Brot-Klassiker “Nordish By Nature”. Die Spassrapeinlage “… und wir gehen nicht zum Arzt” (7 Minuten), die langsame nur-Strophen-Verlierererzaehlung “Die Einsamkeit der Klofrau” (8 Minuten) und der Representer “Wildwechsel” (7 Minuten) geben “Aussen Tophits…” einen ganz eigenen Sound.

Dienstag, 8. März 2011

Alben des Monats: Februar 2011

Das hatten wir auch noch nie: am 8. kommen die AdM und wir haben schon 4 Posts. Und diese AdM sind wirklich mal etwas Anderes geworden. Das erste mal, dass eine Review zu einer Band kommt, die man Metal nennen kann.


Leon:


Radiohead – The King Of Limbs

Ein beeindruckendes Album. Von Anfang bis Ende nimmt die Geraeuschlandschft den Hoerer wie in einem Traum gefangen. Und auch wenn es kein Alptraum ist, spannend ist er trotzdem; gleichzeitig liegt die Musik aber unter einem Nebel, der es schwer macht sie wirklich zu durchschauen. Aber wenn, dann richtig.


TRIO – TRIO

Ich war diesen Monat ein bisschen in Minimalismus verliebt. Das ist aber auch die einzige Parallele, die es zwischen Radiohead und dem TRIO – ja, “Da da da” ist auf diesem Album – gibt. Leider denkt der Grossteil der Bevoelkerung nur an diesen einen Titel, wenn man den Namen dieser Band erwaehnt, obwohl ihr 1981er-Album auf einzigartige Weise eine grosse Spanne von Musikgenres ins Absurde fuehrt; zum Beispiel ist bei “Energie” Reaggae sogar in einigen Teilen ohne Offbeat, mit Sprechgesang und ohne jemanden der am Schlagzeug etwas macht, zu erkennen. Auf der anderen Seite gehoeren Punksongs wie “Ja ja ja” mit zum energiegeladensten, was aus diesem Genre je aus Deutschland kam.


Markus:


Kvelertak - Kvelertak

Wenn man wissen will, wie diese Band klingt, sollte man sich folgendes Vorstellen: Turbonegro kommen nach den Aufnahmen zu "Apocalypse Dudes" auf die Idee ihr damaligen Stil mit dem der Vorgängeralben zu kreuzen, dann holen sie sich noch einen Black Metal Vokalisten dazu und spielen, getrieben von einer Mischung aus Wut und Euphorie, ihr letztes Album ein, als ob es kein Morgen mehr gibt. Das umschreibt grob das Debut von Kvelertak, das dir zwar in den Arsch tritt aber trotzdem ein großes Vergnügen für die Ohren ist.

K.I.Z. - Böhse Enkelz

Wenn man K.I.Z. in den Player packt, weiß man ja auf was man sich freuen darf: reihenweise Punchlines, jede Menge Witz und eine "immer-feste-druff"-Attitüde. Das ist auch bei diesem Mixtape nicht anders. Auf den Instrumentals der Hits von Torch, Aphex Twin, R. Kelly und anderen zaubern die Berliner einem im Sekundentakt ein Grinsen ins Gesicht. Mit viel Augenzwinkern und in der Battletradition des Royal Bunker haben die Jungs hier ihre bisher beste Platte
veröffentlicht.

Morlockk Dilemma - Omnipotenz in D-Moll

"Omnipotenz in D-Moll" verdeutlicht einmal mehr die Stärken des Leipzigers. Großartige Beats ("Intro", "Acht auf dein Mund"), gnadenlose Punchlines ("Nachtrag"), Storytelling ("Assiklatsche"), Humor ("Gentleman"), guter Flow und starke Features. Halt alles was das Herz begehrt, immer geprägt durch Morlockks übertriebenem Stil und seinen Wahnwitz.

Sonntag, 20. Februar 2011

Alben des Monats-Special: Die anderen Alben

Fast seit wir begonnen haben hier unsere Meinung und Informationen zum Geschehen in der Alternativen Musik niederzuschreiben, gibt es jeden Monat einen Teil einer kleinen Serie: Die Alben des Monats. Jetzt nachdem wir nach fast 2 Jahren endlich die 12 vollbekommen haben, ist es mal Zeit fuer etwas besonderes und fuer einen Rueckblick auf diese kleine Serie. Und so haben wir uns entschieden und jeweils 3 Alben auszusuchen, die der andere Redakteur einmal in seinen Alben des Monats gereviewt hat. Hier ist das Ergebnis...


Markus:



Umse - Rheinisches Blatt


Ein Album was hier definitiv schon mal zu Recht ausgewählt wurde. Trotz offensichtlicher Anlehnung an den Deutschrap der 90er und frühen 00er bleibt Umse
immer eigenständig. Mit gutem Flow schafft er es auch über Themen zu rappen, die mich normalerweise überhaupt nicht interessieren und die ich auch nicht in der Raps hören möchte. Er aber findet selbst zum Wetter gute und frische Zeilen, die den auf sehr guten Beats präsentiert. Besonders die vielen Cuts können im Bereich der Musik überzeugen, so dass man zum Schluss die Zeile "Hey Leute, das ist keine Todesanzeige / was wäre dir Welt der Flows und Reime bloß ohne meine?" aus Überzeugung unterschreiben kann.


The Velvet Underground - White Light / White Heat


Noch bevor man sich die Platte überhaupt angehört hat, wurde man schon mit jeder Menge Aussagen konfrontiert. Klassiker, Meilenstein, etc. Das man von solchen Alben dann auch wirklich überzeugt wird ist eher selten. So auch bei WL/WH. Klar, der Ansatz und die Art und Weise waren damals innovativ und die Platte klingt auch heute noch frisch und eigenständig. Doch man merkt halt auch, dass das hier auch PROTO-Punk ist, denn wirklich ausgereift klingt das nicht, stellenweise nervt es auch. Trotzdem ist das Album dank seiner kompromisslosen Haltung und seiner rohen Energie solide, auch wenn mMn die Bedeutung für die nachfolgende Musik größer war, als die Qualität es aus heutiger Sicht ist. Ich hör dann doch lieber "Loaded".


The Ruby Suns - Fight Softly


Animal Collective meets Yeasayer anno 2010 meets Architecture In Helsinci. Nach dieser Kreuzung klingt die schillernde Popmusik auf "Fight Softly", die zwar nicht anspruchsvoll, dafür aber wunderbar eingängig ist. Geht schon nach dem ersten Hören ins Ohr und macht einfach Laune. Tanzbar und mit angenehmem Synthiesound ist das hier ein kurzweiliger Popspaß, der sich eigentlich perfekt zur abendlichen Jugendparty am Badesee eignet. Da kann man dann auch schon mal vernachlässigen, dass es teilweise arg cheesy ist.


Leon:



The Dance Inc. - This Fighting


Ich wippe schon oefter mal mit dem Fuss mit, die Synthies sind manchmal einfach durch ihre Schichtung gut und zu den boesen gehoeren The Dance Inc. bestimmt nicht, aber Dance-Musik kann mich halt sehr selten mitreissen. "This Fighting" ist dafuer einfach zu harmlos, zu sauber. Die Stimme - die mir nebenbei auch nicht wirklich gefaellt, was auf "A Little Sunshine" seinen Hoehepunkt erreicht - thront zu sehr ueber allem. Eine Ausnahme bildet "Echoes" mit einem Chorus, der mit seinem agressiveren Gesang schon irgendwie zu ueberzeugen weiss oder das subtilere "Passengers", das ein bisschen an das oben erwaehnte Ruby Suns-Album erinnert. Aber generell: Neeeee...


Happy Mondays - Pills'n'Thrills And Bellyaches



Manchmal hat mal von einer Szene einen voellig falschen Eindruck. So haette ich, der sich mit Madchester nie weiter auseinander gesetzt hat, nach der Erwaehnung von ausschweifenden Raves und der Wiedereinfuehrung von LSD nach England durch die Happy Mondays, nie erwartet, dass "Pills'n'Thrills And Bellyaches" so vor pop- und rockmusikalischen Referenzen uebersprudelt und die Elektronik so hintergruendig mitschwingt bei Melodien, die teilweise so offensichtlich an Beatles, Stones und Velvet Underground angelehnt sind. Im Endeffekt hat es seine ueberragenden Momente in einigen Songs und nichts ist wirklich schlecht, aber trotz des hoerbaren Talents reisst mich die Musik nicht mit - braucht vielleicht noch ein paar Hoerdurchlaeufe.


Peter Bjorn And John - Writer's Block


"Young Folks" wird im Gesamtalbum fast unbedeutend, aber trotzdem ist ein gutes Beispiel dafuer wie das Album aussieht: Peter Bjorn and John haben mit dem Shoegaze das Mittel gefunden, dass den in Richtung Tweepop schielenden Folkrock eine Ebene hinzufuegt, die den suessen Melodien die Harmlosigkeit nimmt. Nur leider setzen sie dieses Mittel nicht wirklich genug ein und die simple Formel wirkt auch nicht ein ganzes Album ueber.