Samstag, 12. März 2011

Morlockk Dilemma - Circus Maximus (Review)

Es gibt sicherlich nicht all zu viele Rapper aus Deutschland, die stärker polarisieren als Morlockk Dilemma. Viele Hörer können auf Grund seiner sehr speziellen Rapstimme, seines öfters schwer verständlichen Flows, seiner Retrobeats und seiner teilweise wenig massenkonformen Themenauswahl, wenig bis gar nichts mit ihm anfangen, andere begeistert er aus exakt denselben Gründen. Ich persönlich zähle mich zu letzteren und war dementsprechend sehr gespannt auf seine mittlerweile fünfte Solo-LP, die ich bis jetzt nun einige Male gehört habe. Dabei bleibt vor allem folgendes festzustellen, Morlockk Dilemma ist immer noch der alte, allerdings gibt es gewisse Weiterentwicklungen. Doch trotzdem, wer der Musik des Leipzigers bisher nicht viel abgewinnen konnte, wird auch "Circus Maximus" nicht als Hörvergnügen empfinden. Alle anderen dürfen sich auf 20 Tracks freuen, die, und das schon mal vorweggenommen, qualitativ definitiv über dem Durchnitts-Deutschrap liegen.

Eingeleitet wird das Album durch das Intro, in welchem wieder einmal ein Ausschnitt eines Films gesampelt wurde. Diesmal ertönt der Monolog einer männlichen Person, die über die Vergänglichkeit der Kunst und des Menschens spricht. Da ich nicht so der Experte in Sachen Filme bin, kann ich leider nicht sagen aus welchem dieser Auszug stammt, ich kann jedoch sagen, dass Morlockk Dilemma mit diesem eine gute Wahl getroffen hat. Mit einer Spielzeit von einer Minute ist das Intro vergleichsweise kurz, doch schließlich folgt danach auch ein Ereignis von dringender Wichtigkeit; der Auftritt des Messias, thematisiert in "Die Ankunft". Starke Worte, mit leichtem Augenzwinkern ("Ab heute siehst du nun klar / trocknet die Tränen, der Messias ist da" auf einem starken Beat ergeben einen Auftakt nach Maß. Gefolgt wird dieser von einem Track der genauer auf den Messias eingeht, der letztendlich nur "Ein Penner, ein Restmensch, ein unsichtbares Subjekt" ist. Unterstützt wird Morlockk diesmal von Absztrakkt, der sich keine Blöße gibt und eine gelungene Strophe abliefert. Nachdem der Hörer die Ernüchterung über den Heiland miterlebt hat, wird er ins Reich der Sagen entführt. In "Der Baum" erfährt er die Geschehnisse rund um eine große
Pflanze im nahen Osten, die aber im Unterschied zu herkömmlichen Gewächsen, anstatt Äpfel oder Pflaumen, Edelsteine trägt und somit die durch Gier getriebenen Menschen anzieht. Diese aber teilen die Früchte nicht friedlich und gerecht auf, sondern erheben das Schwert und kämpfen um die Rubine, wobei das dadurch fließende Blut den Baum zu weiteren Blüten treibt und somit auch die Gier wachsen lässt. Selten hört man im Rap eine so gut erzählte Geschichte, wofür auch Hiob, ein Stammgast auf Dilemmas Alben, auf Grund seiner großartigen Strophe verantwortlich ist. Der Track besitzt zudem auch die Stärke, Platz für eigene Interpretationen in Bezug auf die heutige Zeit, zu lassen. Ähnlich verhält es sich mit dem nachfolgenden "Mordshunger". Getrieben vom Konsumwahn wird auf der Suche nach bestimmten, nicht lebensnotwendigen Lebensmitteln auch vor einem Raubüberfall samt Pistolenschüssen nicht zurückgeschreckt.

Man könnte jetzt hier noch auf jede weitere der 20 Anspielstationen eingehen, doch belassen wir es bei einem Blick auf die interessantesten nachfolgenden Tracks. Einer meiner Favoriten auf "Circus Maximus" ist sicherlich "Galgenberg", das die Bedeutung dieses Hügels, damals wie heute, beleuchtet. Gewiss ist es auch ein Highlight der Platte, da es wieder einmal die Ausnahmestellung des Rappers zeigt. Denn von welchem deutschsprachigen MC würde man schon ein solches Lied über eine solche Thematik hören? Viele Namen fallen einem da sicher nicht ein. Definitiv noch eine Erwähnung wert ist "Der Stein", ein Track über die innerliche Abgestumpftheit, unbequeme Gefühle, Vernunft und Triebe. Kurz um, die persönlichen, innerlichen Konflikte, mit denen der Mensch zu kämpfen hat. Hier überspitzt, aber trotzdem tiefgründig dargestellt und durch eine von Hiob gerappte Hook abgerundet.

Natürlich werden auf diesem Album auch wieder schlechte Rapper und deren Freundinnen beleidigt. Morlockk kehrt also wieder mit dem Eisernen Besen den Dreck aus der Rapszene. Unterstützt wird er dabei auf einem der 4 Battle orientierten Stücke von R.U.F.F.K.I.D.D und JAW, die eher durchschnittliche Kost abliefern, wobei man es gerade von letzterem deutlich besser gewöhnt ist. Dafür zeigt Morlockk wieder mit Zeilen wie "Das sind Silben aus Stahl, die dir den Unterkiefer zerbrechen / Sie brüllen meinen Namen, bis sie die Lungenflügel erbrechen.", wer der Chef im Rapring ist. Doch seine besten Reimattacken warten in "Vorsuppe" auf den Hörer. Auf einem grandiosen, dreckig rumpelnden Beat wirft der Leipziger seinen Gegner messerscharfe Lines wie "Deine Jungs mimen den sterbenden Schwan / um dich dann hängen zu lassen, wie ein Militärtribunal" und "Sie wollen den Gangster am Mic spielen / sehen sich als Ice behangende Dealer, doch hängen in der Eisdiele" entgegen.

Beattechnisch hat Dilemma wieder einiges geleistet. Kein Ausfall unter den Oldschool orientierten, von trockenen Drums und einzelnen melodiöseren Sampels geprägten Instrumentals. Zudem klingt die komplette musikalische Untermalung wie aus einem Guss, was "Circus Maximus" sehr rund wirken lässt. Betrachtet man jetzt wieder das Gesamtwerk, lasst sich trotz des vielen Lobens auch negative Dinge ausmachen. Als erstes wäre da ein Problem, was besonders bei "Der Schatten" auftritt. Die Handlung ist interessant, die Raps, der Flow und Beat sind gut, man denkt sich einfach "Das ist alles gut gemacht!", aber so richtig will der Funke nicht rüberspringen, der Track zündet einfach nicht. Diesen Mangel kann ich aber nur bei einigen wenigen Tracks in der 2. Hälfte der Platte feststellen, ansonsten zünden alle Songs. Abseits davon lässt sich höchstens beklagen, dass das Ende unnötigerweise durch ein Interlude und 2 Outros hinausgezögert wird und dass manche Zeilen auch nach mehrmaligen Hören akustisch nicht verständlich sind, was besonders bei Punchlines stört. Andererseits motiviert das auch die Platte immer wieder zu hören.

Von diesen eben genannten weniger erfreulichen Dingen einmal abgesehen, ist "Circus Maximus" wirklich großartig. Es klingt noch runder als die Vorgänger "Omnipotenz in D-Moll" und "Der Eiserne Besen", hat durchweg gelungene Beats und das Morlockk Dilemma als MC einiges draufhat ist ja ohnehin klar. Bewertungsmäßig ist das Album sehr nah an den 9 Punkten dran, doch es reicht noch nicht ganz, wobei ich mir gut vorstellen kann, das die Songs, die bisher noch nicht wirklich gezündet haben, dies mit der Zeit noch tun werden und somit eine bessere Endnote bewirken. Aber ob so oder so, tolle Platte!

8/10 Punkte




erstellt von Markus.

Donnerstag, 10. März 2011

Newsflash 10.03.2011

Nachdem in den letzten 2 Wochen nicht ganz so viele große Namen in Sachen Albumankündigungen herumschwirrten, gab es in den letzten 7 Tagen wieder einige Hochkaräter, die demnächst die Plattenläden bereichern werden. Als erstes wären da die Arctic Monkeys, die bekannt gegeben haben, dass ab dem 6. Juni ihr neues Album "Suck It And See" erhältlich sein wird. Mittlerweile schon ihre vierte LP, die, wie auch die letzten zwei, von James Ford (Simian Mobile Disco) produziert wurde. 12 Titel werden es sein und einen, nämlich "Brick By Brick", kann man jetzt schon mal vorab hören. Mein erster Eindruck: solide Nummer, die etwas "amerikanischer" als die älteren Sachen der Band klingt, was daran liegen könnte, dass "Suck It And See" in Los Angeles aufgenommen wurde. Aber verschafft euchdoch selbst eine Meinung. Uebrigens, eine Tracklist gibt es auch schon, die ihr euch hier anschauen könnt.

Eins meiner Lieblingsalben der britischen Indierockwelle der letzten Dekade ist definitiv das Debut von Art Brut. Da freut es mich natürlich, und ich hoffe euch auch, dass die Band am 23. Mai ihre neue Platte "Brilliant! Tragic!" herausbringen wird. Wie auch schon beim Vorgänger "Art Brut vs. Satan" fungierte Pixies-Frontmann Francis Black als Produzent. Als ersten Vorgeschmack kann man den Song "Unprofessional Wrestling", der allerdings nicht auf dem Album sein wird, schon mal hier runterladen.

Machen wir nun einen Sprung aus dem UK heraus direkt in die USA. Von dort, genauer gesagt New York, kommen nämlich die Mitglieder von Battles, der bei Warp Records unter Vertrag stehenden Math Rock Band. Auf dem britischen Label wird auch ihr neuste LP "Gloss Drop" veröffentlicht werden. Am 6. Juni ist es soweit und bis dahin kann man sich mit "Ice Cream", einem ersten Appetizer, die Zeit versüßen. Sicherlich ein Track, den viele auf Grund seines Popappeals so nicht erwartet hätten, mir gefällt’s aber.

Battles - Ice Cream (Feat. Matias Aguayo) by weallwantsome1

Ebenfalls aus den Staaten kommen Black Lips und auch die veröffentlichten demnächst ein neues Album, welches im Juni rauskommen soll. Betitelt ist es "Arabia Mountain" und wurde produziert von Mark Ronson. Vorab kann man sich schon mal den eher Sommer-orientierten Song "Go Out And Get It" anhören. Meiner Meinung nach ganz ok, aber Spannung geht anders, es wirkt recht belanglos.

Nun zu einer Band aus Deutschland; Black Rust. Auch die haben neuen Output zu vermelden. Am 15. April wird nämlich ihr nächster Tonträger "The Gangs Are Gone"
erscheinen. Dabei handelt es sich um das 3. Album der Band, die u.a. durch den Gewinn des Beck's Band Battle und der darauf folgenden Tour mit Tomte bekannt geworden ist. Für Cover und Tracklist genügt ein Klick auf den Link zur Bandwebsite und wer wissen will was die Band noch zu ihrem Album zu sagen hat, der lese folgenden Ausschnitt:
"Im Großen und Ganzen handelt "The Gangs Are Gone" von einer einzigen Odyssee. Eine Suche nach sich selbst. Nach Identität, Erleuchtung und Veränderung. Vielleicht sogar Vergebung. Für den Weg dorthin benötigt es eine Menge Dunkelheit, steigende Fluten und sinkende Schiffe, doch ganz am Ende heißt es dann dennoch: "A wonder that we're still alright". Genau dieses Gutgehen soll die Essenz des Albums sein. Frei nach dem Motto: Musik ist nicht dazu da, die Welt zu retten. Musik ist dazu da, dir dein Leben zu retten."

Weniger mit Folkgitarren, dafür umso mehr mit knallenden Technobeats, haben Atari Teenage Riot zu tun. Nachdem ihr letztes Studioalbum 1999 veröffentlicht wurde, löste sich die Band dann ein Jahr später auf. Im letzten Jahr begann man dann wieder mit dem Spielen von Liveshows und nun soll ihre 4. LP erscheinen. Ein Genauer Termin, ein Cover oder der Name sind noch nicht bekannt, allerdings gibt die Band Ende Frühling/Anfang Sommer 3 Konzerte im deutschsprachigen Raum, u.a. sind sie beim Melt! Festival zu sehen. Genaue Termine lest ihr hier:
21.05.2011 CH-Winterthur, Salzhaus
01.06.2011 AT-Graz, Springfestival
16.07.2011 DE-Gräfenhainichen, Melt Festival



Zum Abschluss noch ein schöner Synthpop Track von Holy Ghost. Auch der stammt von einem bald erscheinenden Album und macht definitiv Lust auf dieses. Den Stream und ein paar Infos dazu findet ihr bei The Needle Drop.

Selbiges trifft auch auf Metronomy zu, wobei deren Song nicht ganz so überzeugt wie der von Holy Ghost ist. Trotzdem, anhören empfiehlt sich, wieder bei TND.

Dienstag, 8. März 2011

Alben des Monats: Februar 2011

Das hatten wir auch noch nie: am 8. kommen die AdM und wir haben schon 4 Posts. Und diese AdM sind wirklich mal etwas Anderes geworden. Das erste mal, dass eine Review zu einer Band kommt, die man Metal nennen kann.


Leon:


Radiohead – The King Of Limbs

Ein beeindruckendes Album. Von Anfang bis Ende nimmt die Geraeuschlandschft den Hoerer wie in einem Traum gefangen. Und auch wenn es kein Alptraum ist, spannend ist er trotzdem; gleichzeitig liegt die Musik aber unter einem Nebel, der es schwer macht sie wirklich zu durchschauen. Aber wenn, dann richtig.


TRIO – TRIO

Ich war diesen Monat ein bisschen in Minimalismus verliebt. Das ist aber auch die einzige Parallele, die es zwischen Radiohead und dem TRIO – ja, “Da da da” ist auf diesem Album – gibt. Leider denkt der Grossteil der Bevoelkerung nur an diesen einen Titel, wenn man den Namen dieser Band erwaehnt, obwohl ihr 1981er-Album auf einzigartige Weise eine grosse Spanne von Musikgenres ins Absurde fuehrt; zum Beispiel ist bei “Energie” Reaggae sogar in einigen Teilen ohne Offbeat, mit Sprechgesang und ohne jemanden der am Schlagzeug etwas macht, zu erkennen. Auf der anderen Seite gehoeren Punksongs wie “Ja ja ja” mit zum energiegeladensten, was aus diesem Genre je aus Deutschland kam.


Markus:


Kvelertak - Kvelertak

Wenn man wissen will, wie diese Band klingt, sollte man sich folgendes Vorstellen: Turbonegro kommen nach den Aufnahmen zu "Apocalypse Dudes" auf die Idee ihr damaligen Stil mit dem der Vorgängeralben zu kreuzen, dann holen sie sich noch einen Black Metal Vokalisten dazu und spielen, getrieben von einer Mischung aus Wut und Euphorie, ihr letztes Album ein, als ob es kein Morgen mehr gibt. Das umschreibt grob das Debut von Kvelertak, das dir zwar in den Arsch tritt aber trotzdem ein großes Vergnügen für die Ohren ist.

K.I.Z. - Böhse Enkelz

Wenn man K.I.Z. in den Player packt, weiß man ja auf was man sich freuen darf: reihenweise Punchlines, jede Menge Witz und eine "immer-feste-druff"-Attitüde. Das ist auch bei diesem Mixtape nicht anders. Auf den Instrumentals der Hits von Torch, Aphex Twin, R. Kelly und anderen zaubern die Berliner einem im Sekundentakt ein Grinsen ins Gesicht. Mit viel Augenzwinkern und in der Battletradition des Royal Bunker haben die Jungs hier ihre bisher beste Platte
veröffentlicht.

Morlockk Dilemma - Omnipotenz in D-Moll

"Omnipotenz in D-Moll" verdeutlicht einmal mehr die Stärken des Leipzigers. Großartige Beats ("Intro", "Acht auf dein Mund"), gnadenlose Punchlines ("Nachtrag"), Storytelling ("Assiklatsche"), Humor ("Gentleman"), guter Flow und starke Features. Halt alles was das Herz begehrt, immer geprägt durch Morlockks übertriebenem Stil und seinen Wahnwitz.

Sonntag, 6. März 2011

Noah And The Whale – The Last Night On Earth (Review)

Was haette man von Noah and The Whale jetzt erwarten koennen? Nachdem sie auf “Peaceful, The World Lays Me Down” von 2008, dass noch mit einem Mix aus mit ueber beide Backen grinsenden Tweepop-Songs und gediegeneren Folksongs bestach, schon 2009 mit dem tieftraurigen Trennungsalbum “The First Days Of Spring” eine deutliche Reifung in Richtung gitarrenlastigen Folk-Rocks zeigten und danach ihr Drummer die Band verliess und ihr Equipment fuer 2 Monate vermisst gemeldet war, wohl alles – an eine gut halbstuendige von Synthie und Drumcomputer getriebene Hymne auf das Leben haette ich aber nicht gedacht.

Und da war ich bestimmt nicht der einzige. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass dieses Album wie es ist, niemand erwartet hat. Sich sowas wie Synth-Folk auszudenken, ist auch eine ziemlich abwegige Idee. Waehrend man also durchgaengig Pop-Songs, gerne auch mal ordentlich cheesy wie “L.I.F.E.G.O.E.S.O.N.” hoert, fragt man sich doch, welche Zielgruppe hier angesprochen werden koennte… Gleichzeitig kann man sich bei fast jedem Song vorstellen, dass sie zu einem Hit wie “5 Years Time” avancieren. Mit diesem hatten vor 3 Jahren sicher auch nicht viele gerechnet.

Beim Opener “Life Is Life” muesste man hierfuer nur das Intro kuerzen und schon haette man einen Song, der mit Handclaps, Gruppengesang und den Refrain-Zeilen “And it feels like/ this new life can start/ And it feels like/ heaven” eine ueberwaeltigend froehliche Stimmung schafft. Und der Chor macht das gleiche sogar noch 2 mal; wenn bei “L.I.F.E.G.O.E.S.O.N.” dann die erste Fidel einsetzt, klingen sie schon so als haetten sie nie etwas anderes gemacht. Bei allen Neuerungen kann man aber immer noch perfekt hoeren, dass hier Noah And The Whale spielen kann. Bei ihrer typischen Melodiefuehrung und der Stimme von Charlie Fink kann man das nie bezweifeln, auch wenn sich so gut wie alles drumherum geaendert hat. Der 4. Song, “Wild Thing”, aber macht schon wieder einiges anders oder besser gesagt wieder so wie auf dem Vorgaenger. Der Song an sich ist wieder ein langsamerer und gitarrengetragener Folk-Rock-Song – also fast, der elektronische Unterbau bleibt und laesst bei diesem Song genauso wenig das Adjektiv Fan-Plaesing zu.

Zwischen diesen beiden Polen wechselt das ganze Album hin und her, “Just Me Before We Met” wartet mit grossartiger Zusammenarbeit zwischen Fidel und Synthie auf und “Old Joy” ist eine hymnische Piano/Synthie-Ballade, die den Gesang im Refrain fast zum Gospel werden laesst. Nachdem man also hinter das Neuartige an dieser Platte gekommen ist, erwartet einen hier eine wirklich abwechslungsreiche, froehliche Folkplatte. Und obwohl dieses Album nicht schlecht ist, ist da gleichzeitig noch Luft nach oben. Die emotionale Tiefe der Musik fehlt da ein bisschen. Aber nachdem das ihr erstes Experiment mit diesem neuen Sound war, kann man da sicher noch viel erwarten.

7/10
Punkte


erstellt von Leon.

Samstag, 5. März 2011

Editorial (Editorial)

Hallo Leser,

mir gehen die Titel fuer Editorials aus. Aber ich hab mir in den Kopf gesetzt ein mal im Monat diese kleine Info an euch weiterzugeben. Also der letzte Monat war wieder gut. Soviel dazu. Ich selbst hab mich seit dem 18. total in die Theorien zum neuen Radiohead-Album vergraben, obwohl ich mittlerweile die Hoffnung schon fast aufgegeben habe. Nebenbei habe ich ein paar Stunden in einer argentinischen Polizei-Station verbracht (Ich hoffe das hebt meine Street Credibility), wobei aber rein gar nichts passiert ist. Von mir wird wahrscheinlich nicht mehr viel kommen in naechster Zeit, weil gerade die Schule wieder anfaengt und ich da schliesslich auch hingehen muss... Das heisst jetzt aber nicht, dass es hier still wird. Bei den Alben, die dieses Jahr noch kommen, wird dieser Blog hier unter Strom stehen. Gut, ich hoer auf zu labern,

viel Spass beim Weiterlesen,
Leon.

Donnerstag, 3. März 2011

Newsflash 03.03.2011

Das Ergebnis der Auftragsarbeit von Daft Punk für den Tron Score war/ist bekanntlich recht umstritten. Einige waren begeistert, allerdingswaren auch viele alte Fans sehr enttäuscht. Aber egal wie man zu diesem Soundtrack steht, alle haben demnächst die Möglichkeit sich eine überarbeiteteVersion der Platte anzuhören. Denn am 5. April veröffentlicht Disney Records "Tron: Legacy R3CONFIGUR3D", auf der man 15 neue Versionen der Daft Punk Trackshören kann. Mit dabei sind u.a. M83, Moby und Boys Noize. Nachfolgend noch die komplette Tracklist.

01 The Glitch Mob: "Derezzed"
02 M83 vs. Big Black Delta: "Fall"
03 The Crystal Method: "The Grid/Game Has Changed"
04 Teddybears: "Adagio for Tron"
05 Ki:Theory: "The Son of Flynn"
06 Paul Oakenfold: "C.L.U."
07 Moby: "The Son of Flynn"
08 Boys Noize: "End of Line (Boys Noize Remix)"
09 Kaskade: "Rinzler"
10 Com Truise: "Enron Part II"
11 Photek: "End of Line"
12 The Japanese Popstars: "Arena"
13 Avicii: "Derezzed"
14 Pretty Lights: "Solar Sailor"
15 Sander Kleinenberg: "Tron Legacy (End Titles)"



Wer schon immer mal wissen wollte wie es klingt, wenn ein Pianist wie Goldmund Boards of Canada covert, oder die raue Stimme von Tyler, The Creator auf einem Toro Y Moi Instrumental rappt, der sollte sich mal diesen Remix-Post von The Needle Drop ansehen.

Machen wir weiter mit etwas psychdelischem. Die New Yorker Band Gang Gang Dance haben vorab zu ihrem am 9.5. erscheinenden Album "Eye Contact" den 11-minütigen Track "Glass Jar" ins Netz gestellt. Kann man sich durchaus mal anhören. Also ab auf die Bandwebsite, wo ihr das nette Stück streamen könnt.

Wer schon mal ein bisschen neue Musik für den anstehenden Frühling sucht, könnte bei Rainbow Arabia fündig werden. Die haben nämlich letzte Woche ihr Debut "Boys And Diamonds" auf Kompakt veröffentlicht und stellen nun den Song "Without You" zum kostenlosen Download bereit. Erhältlich ist dieser u.a. bei Gorilla vs. Bear. Nachfolgend noch das dazu gehörige Video.



Ebenfalls auf Kompakt wird Animal Collective Mitglied Panda Bear seine neue Single als 7"-Vinyl herausbringen. Betitelt ist sie mit "Surfer's Hymn", Releasedate ist der 14. März und im April erscheint dann die LP "Tomboy".

Ein gutes Interview zu einem guten Künstler gibt es bei aufgemischt. Beim Gesprächspartner handelt es sich um den jungen Herren Orlando Higginbottom, der als Totally Enormous Extinct Dinosaurs eine Musik zwischen Electro und Synthpop kreiert, die in diesem Jahr noch auf einem ersten Album zu hören sein soll. Was der Kostüm- und Klassikfan sonst noch zu sagen hat, lest ihr hier.



Eine Band die in unserer Redaktion hohes Ansehen genießt, sollte man natürlich auch live nicht verpassen. Von daher empfiehlt es sich doch mal im April die Konzerte von Portugal. The Man zu besuchen. Zudem gibt es auch einen Auftritt im Juni auf dem Hurricane/Southside Festival. Also schaut euch die Termine an, freut euch und geht hin.

14.04. CH-Zürich - Mascotte
17.04. München - Hansa 39
18.04. Berlin - Postbahnhof
19.04. Köln - Bürgerhaus Stollwerck
17.-19.06. Hurricane / Southside Festival

Nachdem schon vor kurzem über Dumbo Gets Mad berichtet wurde, gibt es nun schon wieder neue gute Musik aus Italien. Beim tollen Blog "Generation Tapedeck" gibt es einen kleinen, aber interessanten Artikel zu (HipHop-)Beat-Produzenten aus dem stiefelförmigen Land. Es sind einige hörenswerte Acts dabei, also ruhig mal auf diesen Link hier klicken.

Dienstag, 1. März 2011

Toro Y Moi - Underneath The Pine (Review)

Wer sich ein bisschen mit dem Chillwavehype der letzten 2 Jahre auseinander gesetzt hat, dem dürfte Toro Y Moi bereits ein Begriff sein. Für alle anderen eine kurze Zusammenfassung: beim eben erwähnten Künstler handelt es sich um den 1986 geborenen Chazwick Bundick, der 2010 sein nicht berauschendes, aber doch hörenswertes Debut "Causers Of This" veröffentlichte.

Damals noch ein Musterbeispiel für Chillwave-musik, beschreitet er nun neue musikalische Wege. Statt einem verhuschten Gemisch aus Dream-Pop, House und Lo-Fi findet man auf "Underneath the Pine" deutliche Einflüsse von Funk, Disco und auch Softrock. Diese packt Toro Y Moi in klassischen Indiepop, der im Gegensatz zum Debut aufgeräumt und klar daherkommt. Getragen und bestimmt werden die Songs von Akustikgitarre, Bass, lockeren Drums, Analogsynthesizern und der ruhigen Stimme von Chaz, die zu einer Musik beitragen, die teilweise an The Whitest Boy Alive erinnert.

Ihre stärksten Momente hat die Platte dann, wenn die Funk- bzw. auch Discoeinflüsse am deutlichsten zu Tage treten und der Hörer sich über nette, beschwingte Popsongs, wie z.B. "New Beat" und "Still Sound" freuen kann. Leider passiert das nicht gerade oft und die meisten anderen Tracks glänzen vor allem in zwei Sachen: Unaufgeregtheit und Belanglosigkeit. Überraschungen darf man hier nicht erwarten, einzig das Intro sticht mit seinem Sound irgendwo zwischen ruhigem Drone und My Bloody Valentine noch heraus. Bis auf dieses Stück und den ein paar Zeilen zuvor erwähnten Songs mit deutlichen Funkeinflüssen bleibt nichts im Ohr hängen, Musik zum Überhören. Zum entspannten nebenbei Konsumieren mag das noch gehen, aber sonst nicht, die Musik hinterlässt schlichtweg keinen Eindruck.

So hat es Toro Y Moi letztendlich geschafft Musik zu machen, die zwar nicht schlecht, meistens sogar recht ok, aber mir persönlich einfach egal ist.

5/10
Punkten




erstellt von Markus.