Freitag, 5. Juni 2009

The Mars Volta - Octahedron (Review)

Nicht wirklich Akustik und wirklich gut auch nicht. Vielleicht auch nur noch nicht?

Zwei Aussagen von The Mars Volta stehen im Raum :
1. Dieses Album ist ihre Art eines Akustik-Albums und
2. Es klingt "more mellow", womit sie wohl sanfter meinten.

Mit Akustik hat "Octahedron" dann doch nicht viel zu tun. An den besten Stellen strotzt es nur so vor langen, ausgiebigen E-Gitarrenparts. Aber das kann man ihnen wirklich noch nicht übel nehmen. Wer erwartet von einer so experimentellen Combo schon ein Akustikalbum und wer will es? In diesem Punkt erinnert es mich an "Censored Colors" von Portugal. The Man. Das Album ist akustischer als der Vorgänger aber es soll um Gottes Willen bloß nicht der gewisse Schuss Elektronik fehlen.

Vielleicht haben sie Akustik auch einfach nur mit geringerer Lautstärke verwechselt. An einigen Stellen des Albums nimmt die Stille doch sehr überhand und behindert manchmal sogar den Hörfluss. Damit meine ich nicht die anderthalb-minütige Fast-Stille am Anfang des Albums, sondern vor allem die Parts mitten in einem Lied. Diese ziehen die einzelnen Lieder teilweise unangenehm in die Länge. Trotzdem sind sie kürzer als auf allen Alben zuvor. Wen sie mit Songdauern von 6 Minuten allerdings erreichen wollen, sei dahingestellt. Die stärksten Momente dieser Band waren für Fans bis jetzt doch immer die epischen Titel über 9, 10 oder mehr Minuten und größere Massen kann man auch erst ab deutlich kürzeren Liedern erreichen.

Mit "more mellow" haben sie jedoch Recht. Es klingt sanfter; grade der Opener wirkt fast balladesk. Doch diese langsamen Songs positionieren sich wieder ungeschickt zwischen den Stühlen. Außerdem sind die härteren Parts viel spannender und oft besser. Diese werden am besten representiert von "Cotopaxi", das entgegen seiner Länge von mainstreamigen 3 Minuten doch experimentell ist und an einigen Stellen zu explodieren droht, was jedoch sehr gut umschifft wird. "Mellow" heisst jedoch auch mürbe, was sie zwar bestimmt nicht gemeint haben, aufgrund der zermürbenden Pausen aber zutrifft.

Allein aufgrund der Tatsache, dass doch eins, zwei gute Songs dabei sind und solche Alben immer wachsen, werde ich es mir bestimmt noch viel öfter Anhören als bis jetzt. Vielleicht kommt ja der Umschwung noch. Beim oben angesprochenen "Censored Colors" hat es bei mir auch einige Monate gebraucht, bis ich etwas damit anfangen konnte. Und das ist mittlerweile eines meiner absoluten Lieblingsalben.

6,6/10 Punkte - aber nur weil ich mir davon erwarte, dass es wächst.

Vielleicht schreib ich ja in einigen Monaten noch eine Review zum Album, wenn sich meine Meinung bis dahin ändert. Anhören sollte es sich trotz der negativen Review jeder, da es durchaus Potenzial hat.

Viel Spaß beim Anhören,
Leon.

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